Mit Erdwärme günstig heizen

by GreenZine on 27. April 2009

Drilling for Terrestrial Heat
Credit: Kecko

In Zeiten hoher Energiepreise ist die Wahl der Heizung echtes Kostenargument. Mit Erdwärme steht Bauherren und Hausbesitzern eine neue Alternative zur Verfügung – die zudem staatlich gefördert wird. Geothermie nutzt die natürliche Wärmeabstrahlung der Umwelt. Die Technik ist zur Wärmegewinnung wie zur Kühlung und Klimatisierung einsetzbar. In Heizungsanlagen findet bevorzugt die oberflächennahe Geothermie Verwendung. Durch Sonden und Kollektoren wird das Erdreich oder Grundwasser zum Wärmetausch genutzt, Wärmepumpen sorgen für die notwendige Aufbereitung. Manchmal werden die Leitungen nur wenige Meter tief verlegt, es sind aber auch Bohrungen bis zu 100 Metern möglich.

Die effiziente Nutzung ist stark von den geologischen Verhältnissen und dem nutzbaren Flächenangebot abhängig. Wichtige Voraussetzung ist die gute Dämmung des Gebäudes. Eine eigene Überlegung wert kann die Kombination mit Solaranlagen sein, wofür es auch besondere Förderangebote gibt. Generell hat die Erdwärmenutzung gegenüber Solarthermie den Vorteil der konstanten Verfügbarkeit. Beim Bauen ist freilich eine solide Planung nötig, um die verschiedenen Komponenten aufeinander abzustimmen. Auch im Altbau ist eine nachträgliche Umrüstung fast immer möglich, wobei zumeist Sanierungsmaßnahmen für die Wärme-Isolierung vorzunehmen sind.

Bei einem Test des Magazins Focus Anfang 2009 schnitt die Erdwärmeheizung sowohl im Neubau als auch bei Altbauten besser ab als Heizungsanlagen mit Öl-, Gas-, Holzpellet- oder Gas-Solar-Kombinationen. Doch der Einbau einer Erdwärmeheizung ist mit relativ hohen Investitionskosten verbunden. Für den Einsatz von Wärmepumpen sind 10.000 bis 15.000 € zu veranschlagen. Damit liegt die Installation im Vergleich zu anderen Heizanlagen um mehrere tausend Euro höher. Für die geothermische Nutzung sprechen im Gegenzug die niedrigen Betriebskosten bei prinzipiell gleich bleibenden Preisbedingungen. Je nach Anlage kann mit einer durchschnittlichen Amortisation innerhalb von 8-12 Jahren gerechnet werden. Die Einsparpotentiale sind nicht zuletzt abhängig von der erreichten Jahresarbeitszahl (JAZ), mit der die Energiebilanz der Anlage angegeben wird. Als Richtwert für effizientes Heizen empfiehlt die Verbraucherzentrale Bayern eine JAZ, die über 3,3 liegt.

Im Rahmen des Marktanreizprogrammes des Bundes sind durch die KfW-Förderbank und Programme beim Bundesausfuhramt (BAFA) verschiedene Förderungen möglich. Bei einem Neubau werden pro Quadratmeter Wohnfläche € 10.- (bis max. 2.000 €), bei Altbauten € 20.- (bis max. 3.000 €) bezuschusst. Zusätzlich gibt es eine Bonusförderung für besonders effiziente Wärmepumpen oder den Einbau von Sonnenkollektoren sowie Innovationsförderung für besonders leistungsfähige Anlagen mit hoher Jahresarbeitszahl. Daneben existieren in einzelnen Bundesländern weitere Programme und Einzelförderungen bei den Stromversorgern. Wer höhere Investitionskosten in Kauf nehmen kann, wird damit langfristig belohnt.

Und für welchen Hersteller soll man sich entscheiden? Bei einem Vergleich elektrischer Wärmepumpen der Stiftung Warentest landeten Vaillant Geotherm plus VWS 102/2, sowie Anlagen von Alpha-Innotec, Stiebel-Eltron und Tecalor auf den vorderen Plätzen. Weitere Anbieter sind Ochsner, Dimplex, Buderus oder Junkers. Der Markt ist groß und dank technischer Weiterentwicklungen stetig in Bewegung.

Grundsätzlich ist der Einsatz von Wärmepumpen beim Stromversorger anzumelden. Bei Bohrungen ist auch eine behördliche Genehmigung erforderlich. Wenn die geologischen Gegebenheiten stimmen, kann sich der Aufwand lohnen und der Einbau einer Geothermieanlage im Alt- wie Neubau auf Dauer rechnen. Mit einem genau dimensionierten Energiekonzept, das die Anlage für die geplante Nutzung optimiert, kann sich Erdwärme für jede Heizung als zukunftsträchtige Energielösung empfehlen.

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